Fünf Wecker, ein Kaffee
Wie ich den ersten Morgen überlebe, ohne den Verstand zu verlieren.

Der erste Wecker klingelt um sechs. Nicht meiner. Der gehört dem Großen, der seit neuestem allein zur Schule gehen will. Ich höre, wie er aufsteht, leise die Tür schließt und dann doch wieder hereinschaut, um zu flüstern: „Mama, mein Haargummi ist weg.“
Ich finde es im Bad, neben der Zahnpasta. Um halb sieben stehe ich in der Küche und stelle fünf Teller auf den Tisch. Fünf Gläser. Fünf Löffel. Einen Kaffee für mich, den ich erst einmal nur anschaue, weil er noch zu heiß ist.
Der Kleine will Pfannkuchen. Die Mittlere will keinen Pfannkuchen. Die Große will genau den Pfannkuchen, den der Kleine bekommt, aber mit mehr Sirup. Ich nicke, backe, verteile, wische, fülle nach und merke: Der Kaffee ist kalt.
Und irgendwann, mitten im Chaos, lacht einer. Dann lacht ein zweiter. Und bevor der Bus kommt, sitzen wir alle am Tisch — zerknitterte Schlafanzüge, Haare, die noch nicht gekämmt sind, und ein Teller mit Sirupherz. Das ist der Moment, für den ich aufstehe. Auch wenn der Kaffee kalt ist.
„Das Leben mit vier Kindern ist laut. Aber manchmal ist es genau der Lärm, der das Stillesein erst schön macht.“