Vier Stühle, keine Ordnung
Warum ich aufgehört habe, aufgeräumt zu wirken — und warum es gut ist.

Früher habe ich jeden Abend aufgeräumt. Wirklich. Jeden. Einzelnen. Abend. Die Schuhe standen gerade, die Jacken hingen an Haken, die ich selbst montiert hatte, und der Küchentisch war so leer, dass man darauf einen Kuchen backen konnte.
Dann kam das vierte Kind. Und irgendwann zwischen dem dritten und dem vierten Schulranzen habe ich kapituliert. Nicht dramatisch. Einfach so, an einem Dienstag, gegen halb zehn.
Heute stehen vier Stühle um den Tisch. Keiner davon steht gerade. Auf einem liegt eine Strickjacke, auf dem anderen ein Malbuch, auf dem dritten eine halb gegessene Banane. Der vierte ist frei — aber nur, weil gerade jemand darunter nach einem Stift sucht.
Ich habe gelernt, dass ein aufgeräumtes Haus nicht bedeutet, dass alles in Ordnung ist. Manchmal bedeutet Chaos einfach: Hier wird gelebt. Laut. Wild. Ehrlich. Und genau das ist es, was ich an uns liebe.
„Das Leben mit vier Kindern ist laut. Aber manchmal ist es genau der Lärm, der das Stillesein erst schön macht.“